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Mein Weg in die Politik

Ich werde oft gefragt, warum ich Politik zu meinem Beruf gemacht und mich für die CDU entschieden habe.

Ich bin eine politische Quereinsteigerin. Schon als Referentin der Frauen Union konnte ich zahlreiche Erfahrungen in der Politik sammeln. Aber selbst politisch aktiv wurde ich erst, als ich keinen Kindergartenplatz für meinen Sohn bekam. Familie und Beruf zu vereinbaren, war wesentlich schwieriger als gedacht. An dieser Realität etwas ändern zu wollen, war für mich Auslöser, mit Anfang 30 in die Politik zu gehen. Denn Reden allein hätte meine Situation nicht geändert, ich wollte handeln und die Sache selbst in die Hand nehmen. Der Wunsch, etwas für die Gemeinschaft zu bewegen und zu gestalten, ist auch heute noch Triebfeder meiner politischen Arbeit.

Der katholische Glaube meiner Großmutter hat mich schon früh geprägt. Deshalb war es für mich klar, dass ich in der CDU meine politische Heimat finden würde. Für die CDU ist das christliche Menschenbild die Richtschnur aller Entscheidungen. Zwei Gedanken sind zentral: Die unantastbare Würde und Gleichheit jedes Einzelnen und die Freiheit des Menschen. Unsere Grundwerte Freiheit, gesellschaftliche Solidarität und soziale Gerechtigkeit sind aus diesem christlichen Verständnis vom Menschen abgeleitet.

Nachdem ich mich einige Jahre an der Parteibasis engagiert hatte, wurde ich gefragt, ob ich mir eine Kandidatur für den Deutschen Bundestag vorstellen könnte. Ich konnte. 2002 wurde ich über die CDU-Landesliste für den Südkreis Mettmann in den Deutschen Bundestag gewählt. 2005 bin ich mit einem Direktmandat in den Bundestag eingezogen und auch 2009 sprachen mir die Bürger ihr Vertrauen aus und ich konnte meinen Wahlkreis direkt gewinnen. Bei der Bundestagswahl 2013 habe ich mein Erst- und Zweitstimmenergebnis sogar noch verbessern können und zog wieder direkt mit über 49 Prozent der Erststimmen in den Deutschen Bundestag ein.

Familienpolitik liegt mir besonders am Herzen. Seitdem ich 2002 in den Deutschen Bundestag eingezogen bin, war ich bis Ende 2013 ordentliches Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, bis 2009 war ich zudem in der Kinderkommission des Deutschen Bundestages aktiv. 2014 bis Januar 2017 war ich ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss und setzte mich gemeinsam mit unserer Verteidigungsministerin, Frau Dr. Ursula von der Leyen, für die Belange unserer Soldatinnen und Soldaten im In- und Ausland ein. Nach wie vor ist mir die Familienpolitik aber eine Herzensangelegenheit. Dem Familienausschuss gehöre ich daher nach wie vor als stellvertretendes Mitglied an.

Zu Beginn der 17. Legislaturperiode wählten mich meine Fraktionskollegen zu ihrer Justiziarin. Zum 1. April 2010 vertrauten sie mir dann das wichtige Amt der Parlamentarischen Geschäftsführerin an. Bestätigt in diesem Amt wurde ich am 13. Januar 2014. Als Parlamentarische Geschäftsführerin war ich Mitglied im Fraktionsvorstand und im Ältestenrat des Deutschen Bundestages.

Im Januar 2017 wurde mir dann die große Ehre zuteil, von meinen Kolleginnen und Kollegen zur Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages gewählt zu werden. Aufgabe der Mitglieder des Präsidiums ist es, die Plenarsitzungen des Bundestages zu leiten, Entscheidungen über die grundlegenden Angelegenheiten des Bundestages zu treffen und das Parlament im In- und Ausland vertreten. Zudem übernehme ich den Vorsitz der Rechtsstellungskommission des Deutschen Bundestages, die sich mit allen die Rechte und Pflichten der Bundestagsabgeordneten betreffenden Angelegenheiten befasst.

In der jetzigen 19. Wahlperiode gehöre ich dem Präsidium nicht mehr an. In der 18. Wahlperiode stellten die Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD jeweils zwei Stellvertreter, um die damaligen Mehrheitsverhältnisse auch im Präsidium abzubilden. Mit der Vergrößerung des neuen Bundestages um zwei weitere Fraktionen hat die CDU jedoch darauf verzichtet, einen zusätzlichen Vizepräsidenten zu stellen, um das Präsidium nicht unnötig zu erweitern.

Es war mir eine große Ehre, das Amt der Vizepräsidentin ausüben zu dürfen. Aber die Politik hat ihre eigenen Spielregeln und ich halte die Entscheidung, das Präsidium nicht zu vergrößern, für richtig. Nun sehe ich mit großer Spannung der Aufgaben entgegen, die in dieser Legislaturperiode auf mich warten!



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