Michaela Noll, MdB

Einsamkeit jetzt bekämpfen

Titelblatt Positionspapier Einsamkeit

Die Bekämpfung von Einsamkeit ist uns Familienpolitikern in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine Herzensangelegenheit. Nach vielen Fachgesprächen haben wir ein Positionspapier für eine nationale Einsamkeitsstrategie erarbeitet und in dieser Woche beschlossen.

Die Zunahme der Einsamkeit und deren Folgewirkungen ist eine der großen Herausforderungen unserer von Digitalisierung, globalem Wandel und der Veränderung familiärer und sozialer Lebenssituationen geprägten Zeit. Die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kommen erschwerend hinzu. Wer schon vor der Corona-Pandemie wenige Kontakte hatte, hat jetzt oft niemanden mehr zum Reden. Vor allem viele Ältere sind verunsichert und trauen sich kaum noch aus dem Haus. Die Generation, der wir so viel verdanken, leidet oft still. Das können wir nicht hinnehmen. Wir rufen daher jeden in unserem Land auf, in seinem Zuständigkeitsbereich in den kommenden Wochen Brücken der Gemeinschaft zu bauen. Kirchengemeinden und Vereine, Unternehmen und Hausgemeinschaften – jede und jeder Einzelne sollte sich fragen: Was kann ich tun? Welche Nachbarin habe ich lange nicht gesehen? Welcher Kollege wohnt allein? Wir müssen jetzt diejenigen erreichen, die allein wohnen oder keine Ansprechpartner haben. Zum Beispiel mit Telefonanrufen oder kurzen Kontakten an der Haustür – natürlich mit Abstand und medizinischer Maske.

Für uns als CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist Einsamkeit auch langfristig ein wichtiges Thema. Wir schlagen eine nationale Strategie vor, um den Trends der Mobilität, Urbanisierung, Digitalisierung und Alterung der Gesellschaft aktiv als Gemeinschaft zu begegnen.

Zur Strategie gehört für uns unter anderem die Bestellung eines Einsamkeitsbeauftragten bei der Bundesregierung als zentraler Ansprechpartner und Koordinator für die Umsetzung der Strategie über die Ressorts und Ebenen hinweg. Außerdem schaffen wir einen nationalen Aktionsplan Einsamkeit für Deutschland. Dieser soll konkrete Ziele definieren und Maßnahmen strukturieren. Besonders Kommunen und der Städte- und Gemeindetag sind wichtige Partner und werden unterstützt, eigene Aktionspläne aufzustellen und durchzuführen.

Das Positionspapier kann hier abgerufen werden.