Michaela Noll, MdB

Sexuellen Kindesmissbrauch mit aller Kraft bekämpfen

In Münster wurde erneut ein Netzwerk des Kindesmissbrauchs aufgedeckt. Dazu erklärt die Familienpolitikerin und Bundestagsabgeordnete für den Kreis Mettmann, Michaela Noll:

„Nach jahrelanger Beschäftigung mit dem Kinderschutz weiß ich: Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die aufgedeckten Fälle machen wütend und zutiefst betroffen. Doch das hilft den Kindern nicht. Sie wurden nicht nur ihrer Kindheit beraubt, sondern auch des Lebens, das sie hätten führen können. Dies ist ein unhaltbarer Zustand, das müssen wir ändern und das tun wir.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat vor einem Jahr ein Positionspapier zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs beschlossen, das drei Elemente enthält: Bessere Hilfe für Betroffene, bessere Prävention sowie konsequente und härtere Strafverfolgung. Von unseren Forderungen wurden bereits zahlreiche umgesetzt, bzw. auf den Weg gebracht. So zum Beispiel die Fortführung des Fonds sexuellen Missbrauchs, der Beginn der flächendeckenden Etablierung von Trauma-Ambulanzen, die Erprobung des Internet-Crawlers Arachnid sowie die Einführung einer Meldepflicht für Internet-Provider bei Verdacht auf Kinderpornographie. Aber es gibt noch viel zu tun.

Der Haupttäter war vorbestraft. Es kann nicht sein, dass die Resozialisierung nicht überprüft wird. Auch über die Qualität der Jugendämter und familiengerichtlichen Verfahren muss geredet werden. NRW ist eines der wenigen Länder, die den Kindesmissbrauch prioritär bekämpfen. Es wurde eine Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder etabliert und eine Sonderkommission der Polizei eingerichtet. Doch ich stimme der Forderung des UBSKM zu, auf Länderebene unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs zu benennen. Das würde der Dimension des Problems gerecht und ein Landes-UBSKM könnte koordinierend zwischen den Behörden vor Ort wirken.

Diese massive Gewalt an Kindern geht uns alle an. Informationen finden Sie hier: www.kein-kind-alleine-lassen.de , das Hilfetelefon ist unter 08002255530 erreichbar.“